Zahlungsausfälle steigen

Atradius

KommR Franz Maier ©Moni Fellner

Die aktuelle Studie „Zahlungsmoralbarometer Österreich“ des Kreditversicherers Atradius zeigt, die Zahlungsausfülle in Österreichs Kernbranchen haben sich mehr als verdreifacht. In den Kernbranchen, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Chemie und Transport hat sich die Zahlungsmoral der Kunden extrem verschlechtert. In den angesprochenen Branchen wurden in den vergangenen zwölf Monaten 57 Prozent der Forderungen nach erfolgter Lieferung oder erbrachter Dienstleistung auch am Fälligkeitstag noch nicht bezahlt.  Zum Vergleich: In der Vorjahresbefragung lag dieser Wert bei nur 33 Prozent. Noch ärger stellt sich die Situation bei den Zahlungsausfällen dar: Branchenübergreifend konnten die befragten Firmen in den vergangenen zwölf Monaten 11 Prozent der Außenstände nicht einziehen und mussten sie abschreiben – ein deutlicher Anstieg zur Vorjahresbefragung (3 %). “Die aktuelle Entwicklung der Zahlungsmoral birgt erhebliche Risiken für die österreichische Wirtschaft”, sagt KR Franz Maier, Generaldirektor Österreich, Ungarn und Südosteuropa von Atradius. “Eine verzögerte oder gar ausgefallene Forderung verursacht nicht nur zusätzliche Kosten. Sie kann auch einen Dominoeffekt auslösen. Die Folgen reichen von der Verschiebung von Investitionen in wichtige Zukunftsprojekte für das eigene Unternehmen über verzögerte Bezahlung der eigenen Lieferanten und Mitarbeiter bis hin zur eigenen Folgeinsolvenz. Gerade in der jetzigen Situation, in der sich die Ausführung zahlreicher Aufträge aufgrund der weltweiten Lieferkettenprobleme verzögert und den Cashflow belasten, kann ein solcher Ausfall noch gravierendere Folgen haben.”